Eulenspiegelfestspiele 2000

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Die 25. Historie sagt, wie Eulenspiegel das Herzogtum Lüneburg verboten wurde und wie er sein Pferd aufschnitt und sich hineinstellte. Zu Celle im Land Lüneburg verübte Eulenspiegel einen abenteuerlichen Schalkstreich. Darum verbot ihm der Herzog von Lüneburg das LAnd: Wenn er darin gefunden würde, sollte man ihn fangen und dann hänken. Dennoch mied Eulenspiegel das Land nicht. Wenn ihn sein Weg dahin trug, so ritt oder ging er nichtsdestoweniger durch das Land, so oft er wollte.

Einmal begab es sich, dass Eulenspiegel durch das Lüneburger Land ritt. Da begegnete ihm der Herzog. Als Eulenspiegel sah, dass es der Herzog war, dachte er: Ist es der Herzog und wirst du flüchtig, so holen sie dich mit ihren Gäulen ein und stechen dich von Pferd; der Herzog kommt dann zörnerfüllt und lässt dich an einen Baum Hängen. Er fasste einen kurzen Entschluss, sprang von seinem Pferd und schnitt ihm rasch den Bauch auf. Dann schüttete er das Eingeweide heraus und stellte sich in den Rumpf.

Als der Herzog mit seinen Reitern an die Stelle geritten kam, wo Eulenspiegel in seines Pferdes Bauch stand, sagten die Diener zu dem Herzog: "Sehet, Herr, hier steht Eulenspiegel in seines Pferdes Haut." Da ritt der Fürst zu ihm und sprach: "Eulenspiegel, bist du das? Was tust du in dem Aas hier? Weisst du nicht, dass ich dir mein Land verboten habe? Und wenn ich dich darin fände, so wollte ich dich an einen Baum hängen lassen?"

Da sprach Eulenspiegel:" O gnädiger Herr und Fürst, ich hoffe, Ihr wollt mir das Leben schenken. Ich habe doch nichts so Übles getan, was des Henkens wert wäre!" Der herzog sprach zu ihm:" Komm her zu mir und beweise deine Unschuld! Und was meinst du damit, dass du so in der Pferdehaut stehst?" Eulenspiegel kam hervor und antwortete:" Gnädiger und hochgeborener Fürst! Ich mach mir Sorgen wegen eurer Ungnade und fürchte mich gar sehr. Aber ich habe all mein Lebtag gehört, dass jeder Frieden haben soll in seinen vier Pfählen."

Da fing der Herzog an zu lachen und sprach:" Willst du nun auch künftig meinem Lande fernbleiben?" Eulenspiegel antwortete:" Gnädiger Herr, wie es Eure Fürstliche Gnaden will." Der Herzog ritt von dannen und sagte:" Bleib, wie du bist."

Und Eulenspiegel sprang eilends aus dem toten Pferde und sprach zu ihm:" Hab Dank, mein liebes Pferd, du hast mir geholfen und mir mein Leben gerettet; und hast mir noch dazu wieder einen gnädigen Herrn gemacht. Liege nun hier! Es ist besser, dass dich die Raben fressen, als dass sie mich gefressen hätten." Und er lief Fuß davon.

 

Künstlerische Leitung & Inszenierung: Stefan Schönfeld
Till Eulenspiegel: Helge Bechert
Herr Richard Gier, Bürgermeister und Patriarch der Stadt: Moritz Steffen
Bühenenbild und Kostüme: Beatrix Brandler
Komposition und musikalisch Leitung: David Malazonia
Musik: ADIO
11. - 26. August 2000