Eulenspiegelfestspiele 2003
Narrenplage
| Mölln ein sauberes Städtchen. Obwohl die Zeiten schwierig sind: Fast alle Männer sind gerade auf Kreuzzug und das Leben ist nicht gerade freudvoll. Glücklicherweise besitzt die Stadt aber einen kulturellen Mitelpunkt: Einen Amtsnarren, der als Komödiant und Spaßmacher zur allseits gefälligen Unterhaltung beiträgt. Mit den tonangebenden Persönlichkeiten der Stadt verstreht er sich gut zu stellen und zählt mit seiner Narrenschule selbst zu den Honoratioren der Stadt. Er nimmt einen wiederspenstigen Taugenichts unter seine Fittiche, wohl ahnend, dass in diesem Till ein arnachisches Potential steckt, das sich für ihn, seine Position und für das wohlsituierte Gleichgewicht der städtischen Machtverteilung zu einer ernsten Bedrohung entwickeln könnte. Hier gilt es, vorbeugend erzieherisch tätig zu werden. Doch läßt Till, der nicht nur von den Möllnern, sondern sogar von seiner Mutter Geringschätzung erfahren muss, sich in seinem Drang nach Wahrheit, Anerkennung und Schadenfreune ausbremsen? Da trifft die Begegnung mit der geheimnisvollen Sanja Till ins Mark. Sie geht ihm nicht auf dem Leim und zeigt ihm drastisch seine Grenzen auf. Wütend sorgt er beim Stadtfest für einen Eklat, so dass er lebenslänglich Statdverbot erhält. Doch bald treibt es ihn wieder zurück, er muss noch offene Rechnungen mit dieser Stadt begleichen. Und Sanja - ist sie tatsächlich seine Widersacherin? Welches Schiksal verbindet sie mit dem Amtsnarren? Wird es Till gelingen, seine Narrenfreiheit zu finden? Am Ende geraten Till und Sanja in die Fänge der Inquisition, der Scheiterhaufen droht. Doch nichts ist wie es scheint, und möglicherweise bleibt alles offen - vielleicht sogar die Frage, ob Narren eine Plage oder die Geplagten sind...
Verfasser des Theaterstückes: Jürgen Nees |